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4. „Nacken-Schildkröte (Grundsatz der Anpassung)

Aktualisiert: Juli 1

Sieh dir die folgende Geschichte an, die in Abwandlungen bei unterschiedlichen Völkern in ihren Erzählungen auftaucht. Sie basiert lose auf einer Version der altindischen Dichtung Panchatantra. Sie erzählt von einer armen Schildröte (mit dem treffenden Namen Nacken-Schildkröte), die versucht die Veränderungen, die um sie herum passieren, zu vermeiden und die statt dessen eine extreme Entfernung zurücklegen will, um dieser Situation zu entkommen.


In einer Lagune lebte eine Schildkröte mit dem Namen „Nacken-Schildkröte“. Sie hatte zwei Wildgänse als Freunde. Nun kam eine zwölfjährige Trockenperiode, die beide Wildgänse einen Entschluss fassen ließ. „Diese Lagune wird austrocknen. Wir müssen uns eine andere Wasserstelle suchen. Aber wir werden uns vorher von unserer Freundin „Nacken-Schildkröte“ verabschieden müssen.

Als sie dies taten, sagte die Schildkröte:

„Ich bin hier zu Hause und ich kann immer Wasser finden, aber ihr bekämt bestimmt nie genug, darum kann ich eure Abreise gut verstehen. Aber allein wird mir das Leben zu langweilig. Also gehen wir am besten zusammen.“

„Du hast aber keine Flügel und so können wir dich nicht mitnehmen.“

„Da kenne ich einen Weg“ fuhr die Schildkröte fort,. „Bringt mir einen Holzstock“

Die Gänse taten dies und die Schildkröte hielt sich in der Mitte des Stockes mit ihren Zähnen fest und sagte:

„Jetzt haltet den Stock mit euren Schnäbeln fest und steigt gleichzeitig hoch, schwebt gleichmäßig in die Höhe, bis wir einen Ort entdecken, an dem wir alle drei zusammen leben können.“

„Es gibt zwei Probleme bei diesem schönen Plan. Erst einmal hast du keinen Grund woanders hinzugehen, während es für uns eine Sache von Leben und Tod ist. Der Stock und dein Gewicht würden unseren Flug und somit auch dich enorm gefährden. Wenn du auch noch - Macht deiner Gewohnheit- anfangen würdest zu sprechen, wirst du dein Leben verlieren.“

„Oh“, sagte die Schildkröte, „aber ihr braucht Wasser und ich jemandem zum Reden, also befinden wir uns in der gleichen Lage. Was das Reden angeht, so werde ich versprechen zu schweigen: ich werde still sein, solange wir in der Luft sind.

Die Freunde führten also den Plan aus, aber während sie die Schildkröte in mühevollem Flug über die benachbarte Stadt trugen, wurden sie vom Volk bemerkt. Ein verwirrtes Gemurmel drang nach oben, als einige fragten: „Welches wagenähnliche Ding wird dort von zwei Vögeln durch die Luft getragen? Vielleicht ein Maharadscha oder ein ähnlich mächtiges Wesen“.

Die Schildkröte erinnerte sich an die Steine, die Kinder in der Lagune nach ihr geworfen hatten und wollte dem Volk zeigen, dass sie nun fliegen konnte und schrie stolz:

„Ich bin es „Nacken-Schildkröte“!

Kaum hatte sie dies ausgerufen, verlor die Arme ihren Halt und fiel zu Boden. Die Leute, die ihr Fleisch liebten, schnitten sie in Stücke und aßen sie auf.

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