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Die Decke des Hirtenjungen (Der Grundsatz der verstandenen Handlung)

Aktualisiert: Juli 1


Ein junger Hirte fror jede Nacht unter seiner Decke, aber nicht, weil sie etwa falsch gestrickt oder aus schlechter Qualität gewesen wäre.

Der Hirte sprach immer folgendermaßen zu sich: „Seit meiner Kindheit hat mich diese Decke vor Wind, Frost und Schneegestöber beschützt, aber jetzt kommt die Kälte immer mehr durch. Sicher, sie ist mit der Benutzung hier und dort zerrissen. So, wie sie mir als Kind gedient hat, so muss sie mir auch jetzt diene; es genügt, wenn man sie etwas flickt.“

So machte er sich an die Arbeit und brachte sie wieder in einen guten Zustand.

Als die nächste Nacht kam, merkte er, dass seine Füße aufgedeckt und fast erfroren waren. Nun nahm er die Decke und bedeckte seine Füße, aber da sie zu kurz war, blieb seine Brust unbedeckt.

Er verbrachte die ganze Nacht auf diese Weise: er deckte sich unten zu und entblößte sich oben, und umgekehrt.

Als nun die nächste Nacht kam, überlegte er: Wenn diese Decke mich meine ganze Kindheit hindurch begleitete und mich gut geschützt hat, dann muss sie mir auch jetzt nützlich sein, weil sie nach der Ausbesserung wie neu geworden ist. Ich muss mich nur im Schlaf zusammenrollen, weil ich anscheinend zu sehr gewachsen bin.“

Nach einer durchwachten Nacht war der Junge erschöpft und hatte am ganzen Körper Schmerzen wegen seiner unbequemen Lage.

Dann beendete er die Situation auf folgende Weise: „Weder ist die Decke gewachsen, noch habe ich meine Größe beibehalten, so dass wir zusammenbleiben könnten.

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