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  • Tenetor

Grundsatz der Anpassung

Aktualisiert: 8. Jan.


„Wenn man sich der Entwicklung der Dinge entgegenstellt, geht man gegen sich selbst vor.“



Hier kommt ein bisschen Rohmaterial, dass dir bei deinen eigenen Reflexionen hoffentlich nützlich ist. Viele begegnen bei der Arbeit mit den Grundsätzen folgender Schwierigkeit: Die Grundsätze klingen einfach, aber das ist nur scheinbar so. Bei dem Versuch sie anzuwenden, entdecke ich, dass sie überhaupt nicht so unkompliziert sind. Ich bin jedoch überzeugt, dass sie sich nicht dadurch von einfachen Schlagworten oder Slogans zum Schlüssel deines Leben verwandeln werden, indem man sie akzeptiert, sondern eher, indem man sich mit ihnen auseinandersetzt.

Denke daran, dass die Grundsätze nur ein Leitfaden sind. Der Punkt ist, dass man nicht versucht, mit einem äußeren Kodex oder einer Anzahl von Regeln übereinzustimmen. Der Fokus sollte eher auf der Erfahrung (dem gelebten Experiment) sein, die in mir erzeugt wird, wenn ich handle. Bringt mich mein Handeln und die Erfahrung, die dadurch erzeugt wird, zu mehr innerer Einheit oder zu grösserem Widerspruch? Fühle ich mich mehr in Übereinstimmung mit mir selbst oder bin ich mehr im Krieg mit mir selbst?

Das erste Problem auf das manche bei diesem Grundsatz stossen, ist folgendes: Wie weiß ich zum Beispiel, wann eine Tendenz wirklich “die Entwicklung der Dinge” ist oder wenn sie nur eine Möglichkeit, ein Unfall oder eine Mode ist?  Wie kann ich sagen, ob mein Annehmen dieser Tendenz nur Schwäche, Faulheit oder ein Fehler meinerseits ist oder ob es wirklich die angemessene Handlung ist?

Die falsche Anwendung des Grundsatzes durch das Anpassen an etwas, das nicht wirklich die “Entwicklung der Dinge” darstellt, kann (bestenfalls) kontraproduktiv sein. Wenn die Menschen z.B. Schmerzen und Krankheit als unvermeidlich akzeptiert hätten, hätte sich die Medizin nicht entwickelt. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass jeder bedeutende menschliche Fortschritt als eine Rebellion gegen das angeblich Unvermeidliche aufgetaucht ist.


Es schien mir immer, dass Rafael Edwards einfache Illustrationen sich als vielversprechend inspirierend für meine Meditationen erwiesen haben. Das könnte für deine ebenso sein.





Betrachte die obigen Bilder: Ein Kanu, mit dem jemand versucht einen Wasserfall hinauf zu paddeln und ein Küken, das aus seiner Schale schlüpft. Für den Vogel bedeutet der Versuch zu seinem vorherigen Zustand zurückzukehren, gegen die unvermeidliche Entwicklung der Dinge und sehr deutlich gegen sich selbst vorzugehen. Ein anderer Aspekt des Grundsatzes wird deutlich, wenn wir Eltern betrachten, die sich weigern zu akzeptieren, dass ihre Kinder wachsen und ihre Bedürfnisse sich ändern und die es schwierig finden, sie gehen zu lassen. Letztendlich leisten sie ihren Kindern keinen Dienst, verletzen sich selbst und bringen manchmal die Beziehung zu ihnen in Gefahr.


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